Jagd

SIKAWILD

Das Sikawild stammt aus Ostasien und gliedert sich in neun Unterarten, die von der Mandschurei über Japan bis
Südchina auftreten. Im europäischen Raum entstanden Vorkommen durch die Auflösung von Gatterrevieren. Die
Population im Gut Persenbeug stammt von einer Besiedelung von 10 Stück, die Kaiser Franz Josef I. im Jahr
1910 vom japanischen Tenno geschenkt wurden.

Die Färbung ist sehr einheitlich, die Hirsche sind dunkelgrau bis schwarz, Tiere und Kälber sind hirschrot mit
hellen Punkten. Die Geweihbildung geht über die Achterstufe kaum hinaus. Das durchschnittliche Wildbretgewicht
liegt bei Hirschen bei ca. 40 Kilo und bei Tieren bei ca. 30 Kilo. Sikawild ist bis auf ältere Hirsche weitgehend ge-
sellig und sehr standorttreu. In unserem Betrieb hält sich die Population streng an die Waldgrenzen des Ostrongs.
Im Weinsberger Wald kommt diese Wildart nicht vor, dies dürfte klimatische Ursachen haben, denn das Wild
konzentriert sich im Winter in den tiefer liegenden Buchenbeständen des Ostrongs. Die Brunft erstreckt sich von
September bis Anfang Dezember. Der Brunftschrei der Hirsche klingt wie nasales Pfeifen.

Die für die Forstwirtschaft unangenehme Seite dieser Wildart ist das Schälen der Rinde der Bäume, sowohl an
Fichte wie auch an Buche.

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ROTWILD

Das Rotwild ist die größte Wildart in unseren Wäldern. Der Rothirsch ist auch das größte heimische geweihtra-
gende Wild. Aus dem Steppentier, das Rotwild früher war, wurde ein reiner Waldbewohner. Das Wildbretgewicht
bei Hirschen liegt nahe der 100 kg und bei Tieren um 80 kg. Die Kälber werden Mai bis Juni gesetzt.

Die Färbung dieser Wildart ist im Sommer rotbraun und im Winter graubraun, der Rothirsch hat eine dicke Hals-
mähne. Die Population ist im Weinsberger Wald dichter als am Ostrong. Die Brunft erstreckt sich von September
bis Oktober, der Brunftschrei des Hirschen, das „Röhren“ ist jedermann ein Begriff.

Ebenso wie Sikawild ist Rotwild im Wald für Schälschäden an Bäumen verantwortlich.

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REHWILD

Das Reh ist unsere häufigste und kleinste geweihtragende Wildart. Als ausgesprochener Kulturfolger kommt das
Reh bis in die Nähe menschlicher Siedlungen vor.

Nur der Bock trägt ein Geweih. Normalerweise erreicht die Geweihstärke bei einem Alter von 5 bis 7 Jahren ihren
Höhepunkt. Das Reh hat eine zierliche Gestalt, die Färbung der Decke ist im Sommer rotbraun und im Winter
graubraun, der weiße Fleck am Hinterende wird „Spiegel“ genannt. Die Brunft dauert von Mitte Juli bis etwa Mitte
August. Die Rehkitze werden im Mai gesetzt. Das Wildbretgewicht der Rehe liegt bei etwa 15 bis 20 kg.

Schäden im Forst verursacht Rehwild durch Verbiss der Triebe der Jungbäume.

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SCHWARZWILD

Das Wildschwein weist einen gedrungenen Körper mit hohem, keilförmig gestrecktem Haupt auf. Die Haut
„Schwarte“ ist mit steifen, an der Spitze mehrfach gespalteten Borsten bedeckt. Sie sind am längsten über dem
Widerrist und werden bei Erregung aufgestellt. Im Winter sind die Borsten durch die Unterwolle durchwachsen
und geben dem Schwarzwild Schutz vor Kälte. Die Borsten sind silbergrau bis schwarz. Nur die Frischlinge sind
charakteristisch längsgestreift. Die Trophäen, die Eckzähne werden Hauer genannt. Die weiblichen Wildschweine
„Bachen“ leben mit ihren Frischlingen im Familienverband, die männlichen Tiere „Keiler“ sind Einzelgänger.

Schwarzwild richtet beträchtliche Schäden auf landwirtschaftlichen Kulturflächen an, im Wald ist es nützlich, es
durchwühlt das Erdreich nach Insekten und gibt den Samen eine Chance zu keimen.